Planungsfehler bei Abdichtungsarbeiten

Die Pla­nung der Abdich­tung eines Bauw­erks muss bei ein­wand­freier handw­erk­lich­er Aus­führung zu ein­er fach­lich richti­gen, voll­ständi­gen und dauer­haften Abdich­tung führen. Wie detail­liert diese Pla­nung sein muss, hängt von den Umstän­den des Einzelfall­es ab. Maßge­blich sind die Anforderun­gen an die Aus­führung ins­beson­dere unter Berück­sich­ti­gung der vorhan­de­nen Boden- und Wasserver­hält­nisse und die Ken­nt­nisse, die von einem aus­führen­den Unternehmer unter Berück­sich­ti­gung der baulichen und örtlichen Gegeben­heit­en zu erwarten sind. Sind Details der Aus­führung beson­ders schaden­strächtig, müssen diese unter Umstän­den im einzel­nen geplant und dem Unternehmer in ein­er jedes Risiko auss­chließen­den Weise verdeut­licht wer­den.

Planungsfehler bei Abdichtungsarbeiten

Ist ein Handw­erk­er für Abdich­tungsar­beit­en fachkundig, bedarf es kein­er planer­ischen Vor­gaben, die Abdich­tung ein­er Ter­rasse lück­en­los einzubauen und an den auf­steigen­den Wän­den 15 cm hoch zu führen.

Ein­fache stan­dar­d­isierte Abdich­tungsar­beit­en eines fachkundi­gen Handw­erk­ers, die jed­er Anbi­eter von Abdich­tungsar­beit­en beherrschen muss, bedür­fen kein­er zu-sät­zlichen Überwachung durch den bauauf­sichts­führen­den Architek­ten, auch wenn sie für die Funk­tions­fähigkeit des Gebäudes wichtig sind.

Ein Pla­nungs­fehler des mit der Pla­nung und Bauauf­sicht beauf­tragten Architek­ten begrün­det keine Erweiterung der Überwachungspflicht des Architek­ten auf anson­sten nicht überwachungs­bedürftige Arbeit­en.

Ober­lan­des­gericht tuttgart, Urteil vom 30. Novem­ber 2010 – 10 U 67/10

Planungsfehler bei Abdichtungsarbeiten