Die optische Schönheit eines Bienenhauses

Kommt es dem Auf­tragge­ber für ein Bienen­haus auf die Benutzbarkeit an, liegt kein Grund für Rück­tritt und Schadenser­satz vor, wenn das Bienen­haus auf­grund des vom Auf­tragge­ber selb­st geliefer­ten morschen Holzes optis­che Män­gel aufweist.

Die optische Schönheit eines Bienenhauses

Mit dieser Begrün­dung hat das Landgericht Coburg in dem hier vor­liegen­den Fall die Klage eines Bienen­züchters abgewiesen, der wegen Ver­morschun­gen an einem anson­sten benutzbaren Bienen­haus­es sein Geld zurück­ver­langte und Schadenser­satz vom Zim­mer­mann forderte. Der spätere Kläger ließ sich von einem Zim­mer­mann ein großes Bienen­haus bauen. Das Holz hier­für lieferte der Bienen­fre­und selb­st. Auf die Rech­nung des Zim­mer­manns bezahlte er 3.000,00 Euro. Dann machte der Besteller vor allem optis­che Män­gel des benutzbaren Bienen­haus­es gel­ten. Deshalb wollte er die bezahlten 3.000,00 Euro zurück und weit­ere fast 7.000,00 Euro Schaden­er­satz. Der beklagte Zim­mer­mann vertei­digte sich damit, dass er bezüglich des vom Imk­er angeliefer­ten Holzes Bedenken angemeldet habe. Es sei morsch und ver­wun­den gewe­sen. Der Kläger habe aber unbe­d­ingt sein eigenes Holz ver­wen­den wollen. Die gerügten Män­gel seien auf das schlechte Holz zurück­zuführen.

In sein­er Urteils­be­grün­dung führt das Landgericht Coburg aus, dass die Parteien im Prozess übere­in­stim­mend angaben, es sei dem Kläger auf die Benutzbarkeit des Bienen­haus­es angekom­men. Der Bienen­züchter rügte nun aber optis­che Män­gel, wie z. B. die Sicht­barkeit von Ver­morschun­gen. Er hat­te aber die Arbeit des Zim­mer­manns zuvor nach Auf­fas­sung des Landgerichts akzep­tiert, indem er das Bienen­haus fer­tig­baute und es schließlich benutzte.

Das Landgericht Coburg sah daher keinen Grund für Rück­tritt und Schaden­er­satz. Die Ver­morschun­gen waren im vom Kläger selb­st geliefer­ten Holz vorhan­den gewe­sen. Dieser wollte daraus ein benutzbares Bienen­haus gebaut bekom­men. Und genau das lieferte der Zim­mer­er. Daher wurde die Klage abgewiesen.

Landgericht Coburg, Urteil vom 15. Jan­u­ar 2013 – 22 O 404/12