Architektenhonorar für Um- und Erweiterungsbauten

Nach § 23 Abs. 1 HOAI (1996) sind bei gle­ichzeit­iger Durch­führung von Leis­tun­gen bei Umbaut­en und Erweiterungs­baut­en an einem Gebäude die anrechen­baren Kosten für die jew­eili­gen Leis­tun­gen geson­dert festzustellen und das Hon­o­rar danach getren­nt zu berech­nen. Der Umbauzuschlag gemäß § 24 Abs. 1 HOAI (1996) kann in einem solchen Fall grund­sät­zlich nur für das den Umbau betr­e­f­fende Hon­o­rar in Ansatz gebracht wer­den.

Architektenhonorar für Um- und Erweiterungsbauten

Eine getren­nte Abrech­nung nach § 23 Abs. 1 HOAI (1996) set­zt allerd­ings voraus, dass die Architek­ten­leis­tun­gen für die Leis­tungs­bere­iche Umbau und Erweiterungs­bau tat­säch­lich voneinan­der trennbar sind, so dass eine Zuord­nung der Leis­tun­gen und eine getren­nte Ermit­tlung der jew­eili­gen anrechen­baren Kosten möglich sind.

Welche Kri­te­rien im Einzel­nen für die Beurteilung der Trennbarkeit der Leis­tun­gen maßgebend sein kön­nen1, bedurfte in dem hier vom Bun­des­gericht­shof entsch­iede­nen Fall allerd­ings kein­er abschließen­den Klärung, da bei­de Parteien für das vor­liegende Pro­jekt übere­in­stim­mend von ein­er grund­sät­zlich möglichen Tren­nung der Leis­tun­gen hin­sichtlich des Umbaus und des Erweiterungs­baus aus­gin­gen, so das im Aus­gangspunkt eine getren­nte Hon­o­rar­berech­nung gemäß § 23 Abs. 1 HOAI (1996) zugrunde zu leg­en war.

Bun­des­gericht­shof, Beschluss vom 23. April 2015 — VII ZR 18/13

  1. vgl. z.B. OLG Celle, BauR 2014, 1029, 1033 f. = NZBau 2014, 637; OLG Karl­sruhe, Urteil vom 21.09.2004 — 17 U 191/01 46, 67; OLG Hamm, BauR 2006, 1799, 1769 f. = NZBau 2006, 584; OLG Düs­sel­dorf, BauR 1987, 708, 710 f.; Koe­ble in Locher/Koeble/Frik, HOAI, 9. Aufl., § 23 Rn. 3; Seufert, ibron­line 2010, 1186 []