Neue Meisterprüfungsverordnung für das Buchbinder-Handwerk

Auch für das Buch­binder-Handw­erk wurde die Meis­ter­prü­fung­sor­d­nung über­ar­beit­et.

Neue Meisterprüfungsverordnung für das Buchbinder-Handwerk

Seit der Nov­el­lierung der Handw­erk­sor­d­nung vom 24. Dezem­ber 2003 gehört das Buch­binder-Handw­erk nicht mehr zu den zulas­sungspflichti­gen Handw­erken der Anlage A, son­dern zu den zulas­sungs­freien Hand?werken der Anlage B der Handw­erk­sor­d­nung. Das bedeutet, dass die Meis­ter­prü­fung nicht mehr zwin­gende Voraus­set­zung für die selb­ständi­ge Ausübung des Handw­erks ist. Eine frei­willige Meis­ter­prü­fung ist aber auch für die Gewerbe der Anlage B möglich und ist ger­ade hier als Güte­siegel auf dem Markt von großer Bedeu­tung. In den Meis­ter­prü­fun­gen für zulas­sungs­freie Handw­erke wer­den die gle­ichen Anforderun­gen gestellt wie für zulas­sungspflichtige Handw­erke, es gibt keine Niveau­un­ter­schiede, so daß die Meis­ter­prü­fung im Buch­binder-Handw­erk ein ver­lässlich­es Qual­itätssiegel für die Kun­den darstellt.

Selb­st im Zeital­ter der elek­tro­n­is­chen Medi­en erfreuen sich Leser­at­ten nicht nur an guter Lek­türe, son­dern auch an Werken, die unab­hängig vom Inhalt durch ihre exk­lu­sive äußere Auf­machung gefall­en. Ein­bände aus Geweben oder kost­barem Led­er, mit außergewöhn­lich­er zeich­ner­isch­er Darstel­lung weck­en sog­ar Sam­mellei­den­schaften. Ein­band-Design zählt zu den High­lights des Buch­binder­handw­erks. Es gehören eben­so Erfahrung, Geschick und tech­nis­ches Ver­ständ­nis dazu, Zeitschriftenein­bände, Kästen, Kas­set­ten aus ver­schiede­nen Mate­ri­alien herzustellen sowie Gold- und Farb­schnitte zu fer­ti­gen und das Prä­gen. Auch alte Büch­er wieder benutzbar machen und Bilder in den richti­gen Rah­men brin­gen zählen zu der buch­binderischen Vielfalt. In der Serien­fer­ti­gung helfen Spezial­maschi­nen und Auto­mat­en dem Buch­binder. Angelieferte Druck­bo­den wer­den gefalzt, geschnit­ten, geheftet oder gek­lebt, bis sie schließlich als Hard- oder Soft­cov­er, Buch, Zeit?schrift, Kalen­der, Wer­be­prospekt, Stadt­pläne oder Straßenkarten auf den Markt kom­men.

In den derzeit 1.100 Handw­erks­be­trieben mit rund 4.500 Mitar­beit­ern wer­den die Kun­de­naufträge auf einem hohen Niveau der Fertigungs‑, Vere­delungs- und Instand­set­zung­stech­niken sowie unter Berück­sich­ti­gung gestalte?rischer Aspek­te durchge­führt. Das set­zt auch voraus, dass der Buch­binder die jew­eili­gen Maschi­nen­abläufe- und ‑funk­tio­nen sowie die Regel‑, Mess- und Steuertech­nik beherrscht.

Ein beson­deres Augen­merk bei der Erar­beitung der Meis­ter­prü­fungsverord­nung für das Buch­binder-Handw­erk galt dem Teil I der Meis­ter­prü­fung. Auf Grund des bre­it­en Tätigkeitsspek­trums wurde das Meis­ter­prü­fung­spro­jekt und die Sit­u­a­tion­sauf­gabe so gestal­tet, dass der Prüfling mit der bestande­nen Meis­ter­prü­fung den Nach­weis erbracht hat, dass er die Kom­plex­ität des Handw­erks beherrscht.

Die neue Meis­ter­prü­fungsverord­nung vom 5. Mai 2006 (BGBl. I S. 1152) tritt am
1. Sep­tem­ber 2006 in Kraft und löst die ver­al­tete Vor­läufer­verord­nung vom 14. Mai 1984 ab.

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