Motor­scha­den durch Ori­gi­nal­teil

Für einen Motor­scha­den, der durch ein bei einer Gene­ral­über­ho­lung ein­ge­bau­tes feh­ler­haf­tes Ori­gi­nal­teil ver­ur­sacht wird, haf­tet, wie eine jetzt ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg zeigt, die Werk­statt regel­mä­ßig nicht. Der Kun­de muss sich viel­mehr an den Her­stel­ler des Ersatz­teils hal­ten, wenn er Scha­dens­er­satz für das Antriebs­ag­gre­gat begehrt.

Motor­scha­den durch Ori­gi­nal­teil

Mit die­ser Begrün­dung wies in zwei­ter Instanz das Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg die Scha­dens­er­satzkla­ge eines Kun­den gegen sei­ne Werk­statt ab. Bei einem Auf­trag zur „Gene­ral­über­ho­lung“ schul­de die­se nur den Aus­tausch ein­zel­ner Ver­schleiß­tei­le und nicht die Her­stel­lung eines kom­plet­ten Motors. Für die spä­te­re Hava­rie des gesam­ten Motors haf­te sie daher nur bei zumin­dest fahr­läs­si­gem Han­deln. Davon kön­ne beim Ein­bau eines Ori­gi­nal-Ersatz­teils aber kei­ne Rede sein.

Der Klä­ger woll­te den nicht mehr ganz tau­fri­schen Motor (Lauf­leis­tung über 200.000 km) sei­nes Pkws vom beklag­ten Auto­haus auf Vor­der­mann brin­gen las­sen. Das bau­te daher u.a. eine neue Ori­gi­nal-Zahn­rie­men-Spann­rol­le ein. 29.000 km spä­ter kam es zu einem kapi­ta­len Motor­scha­den, weil die Feder der Spann­rol­le brach. Der Klä­ger behaup­te­te, das Teil sei von Anfang an schad­haft gewe­sen. Auch wenn die Werk­statt kei­nen Feh­ler began­gen habe, müs­se sie ihm rund 5.500 € für Aus­tausch­mo­tor, Gut­ach­ter und Nut­zungs­aus­fall zah­len.

Die mit dem Fall befaß­ten Gerich­te sahen dies anders. Selbst wenn eine Gene­ral­über­ho­lung beauf­tragt und die Spann­rol­le tat­säch­lich von Anfang an defekt gewe­sen sein soll­te, habe sich der Klä­ger den fal­schen Beklag­ten aus­ge­sucht. Denn als Erfolg habe das Auto­haus nicht einen kom­plet­ten Motor, son­dern ledig­lich die als erfor­der­lich erkann­ten Instand­set­zungs­ar­bei­ten geschul­det. Der Motor­scha­den sei aber Fol­ge des Defekts am ein­ge­bau­ten Ersatz­teil. Und dafür müs­se die Werk­statt nur ein­ste­hen, wenn ihr zumin­dest fahr­läs­si­ges Han­deln vor­ge­wor­fen wer­den kön­ne. Das sei aber wegen der Ver­wen­dung eines äußer­lich makel­lo­sen Ori­gi­nal-Neu­teils und man­gels Ein­bau­feh­ler nicht der Fall. Es lie­ge mut­maß­lich ein typi­scher Fall der Pro­dukt­haf­tung vor, die nicht den Werk­un­ter­neh­mer, son­dern den Her­stel­ler der schad­haf­ten Spann­rol­le tref­fe.

Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg, Beschluss vom 20. Novem­ber 2007 – 5 U 183/​07 (rechts­kräf­tig)

Motorschaden durch Originalteil