Kei­ne Hand­wer­k­erleis­tun­gen gegen Barzahlung!

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil ent­schie­den, dass die Bar­zah­lung einer Rech­nung aus der Inan­spruch­nah­me von Hand­wer­k­erleis­tun­gen für Renovierungs‑, Erhal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men die ent­spre­chen­den Auf­wen­dun­gen von der Steu­er­ermä­ßi­gung nach § 35a EStG ausschließt.

Kei­ne Hand­wer­k­erleis­tun­gen gegen Barzahlung!

Nach § 35a EStG ermä­ßigt sich für die Inan­spruch­nah­me von Hand­wer­k­erleis­tun­gen für Renovierungs‑, Erhal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men, die in einem inlän­di­schen Haus­halt des Steu­er­pflich­ti­gen erbracht wer­den, die tarif­li­che Ein­kom­men­steu­er auf Antrag um 20 %, höchs­tens 600 € (ab 2009: 1 200 €), der Auf­wen­dun­gen, sofern die­se nicht ander­wei­tig abzieh­bar sind. Vor­aus­set­zung für die Steu­er­ermä­ßi­gung ist, dass der Steu­er­pflich­ti­ge für die Auf­wen­dun­gen eine Rech­nung erhal­ten hat und die Zah­lung auf das Kon­to des Erbrin­gers der Hand­wer­k­erleis­tung erfolgt ist.

Die in der Vor­schrift gefor­der­te bank­mä­ßi­ge Doku­men­ta­ti­on des Zah­lungs­vor­gangs ist nach Auf­fas­sung des BFH eine fol­ge­rich­ti­ge Aus­ge­stal­tung der gesetz­ge­be­ri­schen Ziel­set­zung, die Schwarz­ar­beit im Pri­vat­haus­halt zu bekämp­fen. Die­ser am Gemein­wohl ori­en­tier­te Zweck des in den Gesetz­ma­te­ria­li­en ein­deu­tig als Len­kungs­norm bezeich­ne­ten § 35a EStG recht­fer­ti­ge ver­fas­sungs­recht­lich die Ungleich­be­hand­lung unba­rer und barer Zah­lungs­vor­gän­ge. Auch gegen die all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit (Art. 2 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes) ver­sto­ße das Erfor­der­nis unba­rer Zah­lung nicht. Denn selbst ohne eige­nes Bank­kon­to kön­ne der Steu­er­pflich­ti­ge die for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen des § 35a EStG erfül­len, indem er den Rech­nungs­be­trag bei einem Kre­dit­in­sti­tut ein­zah­le und sodann unbar auf das Kon­to des Leis­tungs­er­brin­gers überweise.

Mit den glei­chen Erwä­gun­gen hat der BFH außer­dem in einem wei­te­ren Urteil vom 20. Novem­ber 2008 mit dem Akten­zei­chen VI R 22/​08 auch bei Bar­zah­lung einer Rech­nung aus der Inan­spruch­nah­me haus­halts­na­her Dienst­leis­tun­gen die Vor­aus­set­zun­gen für eine Steu­er­ermä­ßi­gung verneint.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. Novem­ber 2008 – VI R 14/​08

Keine Handwerkerleistungen gegen Barzahlung!