Grabmal ohne Handwerksrolle

Das bloße Auf­stellen von fer­ti­gen Grab­malen auf einem Fried­hof ist keine wesentliche Teiltätigkeit des Stein­metz- und Stein­bild­hauer­handw­erks; sie darf auch ohne Ein­tra­gung in die Handw­erk­srolle im ste­hen­den Gewerbe selb­ständig aus­geübt wer­den.

Grabmal ohne Handwerksrolle

Wesentlich im Sinne des § 1 Abs. 2 Satz 1 HwO sind Tätigkeit­en, die nicht nur fach­lich zu dem betr­e­f­fend­en Handw­erk gehören, son­dern ger­ade den Kern­bere­ich dieses Handw­erks aus­machen und ihm sein essen­tielles Gepräge ver­lei­hen. Arbeitsvorgänge, die aus der Sicht des voll­handw­erk­lich arbei­t­en­den Betriebes als unter­ge­ord­net erscheinen, also lediglich einen Rand­bere­ich des betr­e­f­fend­en Handw­erks erfassen, recht­fer­ti­gen die Annahme eines handw­erk­lichen Betriebes hinge­gen nicht.

Das Kri­teri­um der Wesentlichkeit nach § 1 Abs. 2 HwO wird auch nach der Nov­el­le 2004 der Handw­erk­sor­d­nung nicht durch ein Kri­teri­um der Gefahrgeneigth­eit ergänzt oder erset­zt. Auch grund­sät­zlich gefahrgeneigte Tätigkeit­en sind nicht zwin­gend wesentliche Tätigkeit­en im Sinne des § 1 Abs. 2 HwO.

Nieder­säch­sis­ches Oberver­wal­tungs­gericht, Beschluss vom 11. März 2010 – 8 LB 9/08

Grabmal ohne Handwerksrolle