Die Eigenkapitalquote im Handwerk

Die Finanzierungssi­t­u­a­tion der Unternehmen hat sich in diesem jahr verbessert. Bei niedri­gen Zin­sen ist es den Unternehmern möglich gewe­sen, ihre Eigenkap­i­tal­rate zu erhöhen. Ver­bun­den mit der guten Geschäft­slage hat sich auch das “Finanzierungskli­ma” verbessert.

Die Eigenkapitalquote im Handwerk

Zu diesem Ergeb­nis ist die seit Jahren regelmäßig durchge­führte Unternehmens­be­fra­gung der KfW im ersten Viertel­jahr 2016 nach eige­nen Angaben gelangt. Auch im Handw­erk hat sich danach die Sit­u­a­tion gebessert. Am ein­fach­sten bzw. schnell­sten wird den Unternehmern dann eine Finanzierung zuge­sagt, wenn es sich um Kred­ite für Investi­tio­nen von Maschi­nen, Beteili­gun­gen oder auch Immo­bilien han­delt. Soll mit dem Kred­it ein Patent oder ein ander­er imma­terieller Ver­mö­genswert finanziert wer­den, sind die Hür­den laut KfW bis zur Kred­itzusage fast unüber­wind­bar. Eben­falls mit Schwierigkeit­en ver­bun­den ist die Finanzierungssuche z.B. bei der Dig­i­tal­isierung. Hier macht vorallem die Ein­schätzung und Beurteilung der imma­teriellen Werte Prob­leme. Sie kön­nen nur schlecht als Sicher­heit einge­set­zt wer­den.

Unter diesen Umstän­den ist es für den Handw­erk­er hil­fre­ich, wenn er seine Eigenkap­i­talquote steigern kann. Mit einem gestiege­nen Eigenkap­i­tal im Unternehmen sind ein­er­seits leichter die Kred­itvo­raus­set­zun­gen der Banken zu erfüllen und ander­er­seits steigt das Selb­st­be­wusst­sein und die Unab­hängigkeit des Unternehmens gegenüber der Bank. Fol­glich sinken die Verbindlichkeit­en bei den Banken. Darüber hin­aus hat der Stel­len­wert der Banken in den Handw­erks­be­trieben bei Fra­gen der Finanzierung sich ver­schlechtert.

Eine Alter­na­tive zur Banken­fi­nanzierung bieten z.B. pri­vate Kap­i­ta­lan­leger. Auch eine stille Beteili­gung kann die wirtschaftliche Sit­u­a­tion eines Betriebes verän­dern. Weit­er­hin ist der Ein­satz von sog. Fine­trad­ing (Zwis­chen­händler kauft vom Liefer­an­ten und verkauft direkt an den Unternehmer weit­er mit länger­fristigem Zahlungsziel) möglich. Mit vie­len ver­schiede­nen finanziellen Stand­beinen sinkt auch die Abhängigkeit. Existiert dann u.a. eben­falls noch ein Bankkred­it bzw. soll ein­er beantragt wer­den, befind­et sich der Unternehmer in ein­er weitaus besseren Ver­hand­lungssi­t­u­a­tion.

Anstelle eines Kred­its lassen sich diverse Finanzierun­gen genau­so gut auf anderen Wegen finanzieren. Beispiel­sweise ist bei vor­liegen­der Bonität das Leas­ing von Pro­duk­ten möglich. Let­z­tendlich kann auch die Umstruk­turierung des Unternehmens eine Alter­na­tive sein. Die Bil­dung ein­er Aktienge­sellschaft, der Gang an die Börse oder auch die Ver­legung des Unternehmens ins Aus­land kann sich wirtschaftlich pos­i­tiv auf das Unternehmen auswirken.