Die Eigenkapitalquote im Handwerk

14. Dezember 2016 | Handwerksunternehmen
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Die Finanzierungssituation der Unternehmen hat sich in diesem jahr verbessert. Bei niedrigen Zinsen ist es den Unternehmern möglich gewesen, ihre Eigenkapitalrate zu erhöhen. Verbunden mit der guten Geschäftslage hat sich auch das “Finanzierungsklima” verbessert.

Zu diesem Ergebnis ist die seit Jahren regelmäßig durchgeführte Unternehmensbefragung der KfW im ersten Vierteljahr 2016 nach eigenen Angaben gelangt. Auch im Handwerk hat sich danach die Situation gebessert. Am einfachsten bzw. schnellsten wird den Unternehmern dann eine Finanzierung zugesagt, wenn es sich um Kredite für Investitionen von Maschinen, Beteiligungen oder auch Immobilien handelt. Soll mit dem Kredit ein Patent oder ein anderer immaterieller Vermögenswert finanziert werden, sind die Hürden laut KfW bis zur Kreditzusage fast unüberwindbar. Ebenfalls mit Schwierigkeiten verbunden ist die Finanzierungssuche z.B. bei der Digitalisierung. Hier macht vorallem die Einschätzung und Beurteilung der immateriellen Werte Probleme. Sie können nur schlecht als Sicherheit eingesetzt werden.

Unter diesen Umständen ist es für den Handwerker hilfreich, wenn er seine Eigenkapitalquote steigern kann. Mit einem gestiegenen Eigenkapital im Unternehmen sind einerseits leichter die Kreditvoraussetzungen der Banken zu erfüllen und andererseits steigt das Selbstbewusstsein und die Unabhängigkeit des Unternehmens gegenüber der Bank. Folglich sinken die Verbindlichkeiten bei den Banken. Darüber hinaus hat der Stellenwert der Banken in den Handwerksbetrieben bei Fragen der Finanzierung sich verschlechtert.

Eine Alternative zur Bankenfinanzierung bieten z.B. private Kapitalanleger. Auch eine stille Beteiligung kann die wirtschaftliche Situation eines Betriebes verändern. Weiterhin ist der Einsatz von sog. Finetrading (Zwischenhändler kauft vom Lieferanten und verkauft direkt an den Unternehmer weiter mit längerfristigem Zahlungsziel) möglich. Mit vielen verschiedenen finanziellen Standbeinen sinkt auch die Abhängigkeit. Existiert dann u.a. ebenfalls noch ein Bankkredit bzw. soll einer beantragt werden, befindet sich der Unternehmer in einer weitaus besseren Verhandlungssituation.

Anstelle eines Kredits lassen sich diverse Finanzierungen genauso gut auf anderen Wegen finanzieren. Beispielsweise ist bei vorliegender Bonität das Leasing von Produkten möglich. Letztendlich kann auch die Umstrukturierung des Unternehmens eine Alternative sein. Die Bildung einer Aktiengesellschaft, der Gang an die Börse oder auch die Verlegung des Unternehmens ins Ausland kann sich wirtschaftlich positiv auf das Unternehmen auswirken.

 
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