Der feh­ler­haft pro­gram­mier­te Auf­zug

Eine von dem Hote­lier mit dem Umbau zu einem Hotel­be­trieb beauf­trag­te Gene­ral­un­ter­neh­me­rin haf­tet dem Grun­de nach für ein­ge­tre­te­ne Per­so­nen­schä­den infol­ge feh­ler­haf­ter Pro­gram­mie­rung des instal­lier­ten Hotel­auf­zugs.

Der feh­ler­haft pro­gram­mier­te Auf­zug

In dem jetzt vom Ober­lan­des­ge­richt Hamm ent­schie­de­nen Rechts­streit bau­te die beklag­te Gene­ral­un­ter­neh­me­rin aus dem Ruhr­ge­biet im Auf­trag des Hote­liers ein ost­deut­sches his­to­ri­sches Gebäu­de zu einem Hotel und Kon­gress­cen­ter um und instal­lier­te dort – durch eine Sub­un­ter­neh­me­rin – eine Hotel­auf­zugs­an­la­ge. Nach Auf­nah­me des Hotel­be­trie­bes trat im Okto­ber 2006 aus den Rohr­lei­tun­gen der Fern­wär­me­an­la­ge im Unter­ge­schoss des Hotels mas­siv Heiß­was­ser aus. Auf­stei­gen­der Was­ser­dampf lös­te Brand­alarm aus, was dazu führ­te, dass der Hotel­auf­zug auto­ma­tisch ins Erd­ge­schoss gefah­ren wur­de und dort mit geöff­ne­ten Türen ste­hen blieb. Drei Hotel­gäs­te bestie­gen den Auf­zug und fuh­ren – wegen eines erneu­ten Alarms – nicht, wie gewünscht, in das Ober–, son­dern auto­ma­tisch in das Unter­ge­schoss. Beim Öff­nen der Auf­zugstür drang Heiß­was­ser in die Kabi­ne und ver­letz­te die Hotel­gäs­te schwer; sie zogen sich Ver­bren­nun­gen drit­ten Gra­des zu. Der Ver­si­che­rer des Hote­liers zahl­te den Hotel­gäs­ten Schmer­zens­geld und Behand­lungs­kos­ten in Höhe von mehr als 360.000 Euro und ver­klag­te die Gene­ral­un­ter­neh­me­rin auf Ersatz die­ser Kos­ten.

Dem Grun­de nach zu Recht, befand das Ober­lan­des­ge­richt Hamm und bestä­tig­te inso­weit die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Land­ge­richts Essen. Die Werk­leis­tung der Gene­ral­un­ter­neh­me­rin sei man­gel­haft, weil die Auf­zugs­steue­rung nicht sach- und fach­ge­recht pro­gram­miert war und nicht den maß­geb­li­chen Regeln der Tech­nik ent­sprach. Der Auf­zug hät­te nach der auto­ma­ti­schen Fahrt infol­ge des Brand­alarms im Erd­ge­schoss mit offe­nen Türen ste­hen blei­ben müs­sen und hät­te sich nicht mehr in Bewe­gung setz­ten dür­fen. Denn dies sei, nach den Aus­füh­run­gen des Sach­ver­stän­di­gen, mit erheb­li­chen Gefah­ren für die Fahr­zeug­insas­sen ver­bun­den.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 15. Novem­ber 2011 – I-21 U 167/​10

Der fehlerhaft programmierte Aufzug