Berufsbildungsbeitrag für Solo-Selbständige im Baugewerbe — per allgemeinverbindlichen Tarifverträgen

Das Lan­desar­beits­gericht Berlin-Bran­den­burg hat die All­ge­mein­verbindlicherk­lärun­gen fol­gen­der Tar­ifverträge des Baugewerbes für wirk­sam gehal­ten:

Berufsbildungsbeitrag für Solo-Selbständige im Baugewerbe — per allgemeinverbindlichen Tarifverträgen
  • AVE vom 06.07.2015 des Tar­ifver­trags über das Sozialka­ssen­ver­fahren im Baugewerbe (VTV) vom 03.05.2013
  • AVE vom 06.07.2015 des Bun­desrah­men­tar­ifver­trags für das Baugewerbe (BRTV) vom 04.07.2002
  • AVE vom 06.07.2015 des Tar­ifver­trags über die Berufs­bil­dung im Baugewerbe (BBTV) vom 10.12.2014
  • AVE vom 06.07.2015 des Tar­ifver­trags über eine zusät­zliche Altersver­sorgung im Baugewerbe (TZA) vom 05.06.2014

Der VTV verpflichtet Bau­un­ternehmen u.a. zur Zahlung eines Beitrags für die Berufs­bil­dung, wobei erst­mals auch Betriebe, die keine gewerblichen Arbeit­nehmer beschäfti­gen („Solo-Selb­ständi­ge“) erfasst wer­den.

Das Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales hat­te den VTV – wie auch die weit­eren genan­nten Tar­ifverträge – nach § 5 Tar­ifver­trags­ge­setz – TVG – n.F. für all­ge­mein­verbindlich erk­lärt, wodurch auch bish­er nicht tar­ifge­bun­dene Bau­un­ternehmen von den tar­i­flichen Recht­snor­men erfasst wer­den. Hierge­gen hat­ten sich u.a. mehrere Solo-Selb­ständi­ge mit der Begrün­dung gewandt, die Neu­fas­sung des TVG sei ver­fas­sungswidrig; auch könne sich eine All­ge­mein­verbindlicherk­lärung nicht auf Unternehmen ohne Arbeit­nehmer beziehen.

Das Lan­desar­beits­gericht Berlin-Bran­den­burg hat sich dieser Auf­fas­sung nicht angeschlossen und die Wirk­samkeit der genan­nten All­ge­mein­verbindlicherk­lärun­gen fest­gestellt. Es hat für die unter­lege­nen Unternehmer die Rechts­beschw­erde an das Bun­de­sar­beits­gericht zuge­lassen.

Lan­desar­beits­gericht Berlin ‑Bran­den­burg, Beschluss vom 21. Juli 2016 — 14 BVL 5007/1514 BVL 5003/1614 BVL 5004/16 und 14 BVL 5005/16