Bau­hand­wer­ker­si­che­rung nach erfolg­ter Leis­tungs­ab­nah­me

Der Bau­un­ter­neh­mer darf die Bau­hand­wer­ker­si­che­rung auch noch ver­lan­gen, nach­dem sei­ne Leis­tung abge­nom­men ist, wenn der Bestel­ler noch nicht allen Werk­lohn bezahlt hat und nen­nens­wer­te Nach­bes­se­rung for­dert.

Bau­hand­wer­ker­si­che­rung nach erfolg­ter Leis­tungs­ab­nah­me

Leis­tet der Bestel­ler die Sicher­heit nicht, ver­liert er des­we­gen nicht das Recht, sich im Werk­lohn­pro­zess auf Män­gel zu beru­fen.

  • Män­gel, mit deren Besei­ti­gung der Unter­neh­mer schon in Ver­zug war, bevor er die Sicher­heit ver­lang­te, geben dem Bestel­ler alle aus ihnen her­rüh­ren­den Rech­te.
  • Män­gel, mit deren Besei­ti­gung der Unter­neh­mer noch nicht in Ver­zug war, als er die Sicher­heit ver­lang­te, geben dem Bestel­ler ein Zurück­be­hal­tungs­recht am Werk­lohn in Höhe des drei­fa­chen der Besei­ti­gungs­kos­ten; die­sem Nach­bes­se­rungs­an­spruch des Bestel­lers steht ein Zurück­be­hal­tungs­recht des Unter­neh­mers wegen feh­len­der Sicher­heit ent­ge­gen.
  • Das führt zur Ver­ur­tei­lung des Bestel­lers zur Zah­lung von Werk­lohn, Zug um Zug gegen Nach­bes­se­rung, die­se Zug um Zug gegen die Stel­lung der Sicher­heit und zur Fest­stel­lung, dass der Bestel­ler im Ver­zug mit der Stel­lung der Sicher­heit ist.

Der Bestel­ler darf in AGB für die Abnah­me vor­schrei­ben, dass sie nur als förm­li­che wirk­sam sein soll, solan­ge der Unter­neh­mer einen Anspruch auf deren Durch­füh­rung bin­nen kur­zer Frist nach der Fer­tig­stel­lungs­an­zei­ge hat.

Wenn der Bestel­ler das Werk bei der Abnah­me als im wesent­li­chen ver­trags­ge­recht bil­ligt, han­delt er wider­sprüch­lich, wenn er das Abnah­me­pro­to­koll nicht unter­zeich­net und her­aus­gibt. Er kann dann dem Werk­lohn nicht ent­ge­gen­hal­ten, er sei man­gels förm­li­cher Abnah­me noch nicht fäl­lig.

OLD Dres­den, Urteil vom 27. Juni 2003 – 11 U 1549/​00