Ablösung eines Sicherungseinbehalt durch eine Bürgschaft

Eine Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Bestellers, die vorsieht, dass der Unternehmer einen Gewährleistungssicherheitseinbehalt von 5% der Auftragssumme nur gegen Stellung einer Bürgschaft auf erstes Anfordern ablösen kann, den Unternehmer unangemessen benachteiligt1.

Ablösung eines Sicherungseinbehalt durch eine Bürgschaft

Eine solche Sicherungsabrede kann auch nicht im Wege einer ergänzenden Vertragsauslegung gemäß §§ 157, 133 BGB dahin ausgelegt werden, der Sicherheitseinbehalt sei durch eine einfache unbefristete selbstschuldnerische Bürgschaft ablösbar. Eine solche Auslegung widerspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs2, von der abzuweichen kein Anlass besteht.

Die Gegenansicht wendet insoweit irrtümlich die Rechtsprechung zur Verpflichtung des Unternehmers an, eine Vertragserfüllungsbürgschaft zu stellen3. Diese findet jedoch auf Vereinbarungen über Gewährleistungseinbehalte und deren Ablösung keine Anwendung4.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 16. Oktober 2014 – VII ZR 152/12

  1. BGH, Beschluss vom 24.05.2007 – VII ZR 210/06, BauR 2007, 1575, 1576 = NZBau 2007, 583; Urteil vom 09.12 2004 – VII ZR 265/03, BauR 2005, 539, 540 f. = NZBau 2005, 219; jeweils m.w.N. []
  2. BGH, Urteil vom 09.12 2004 – VII ZR 265/03, BauR 2005, 539, 541 f. = NZBau 2005, 219; Urteil vom 22.11.2001 – VII ZR 208/00, BauR 2002, 463, 465 = NZBau 2002, 151; Urteil vom 08.03.2001 – IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 105 f. []
  3. vgl. BGH, Urteil vom 04.07.2002 – VII ZR 502/99, BGHZ 151, 229, 235 f. []
  4. vgl. BGH, Urteil vom 09.12 2004 – VII ZR 265/03, BauR 2005, 539, 542 = NZBau 2005, 219; Urteil vom 16.06.2009 – XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 35 ff. []